Der Piano Salon Christophori befindet sich ab sofort in der Remise im 2. Hinterhof der Pappelallee 3-4, gleich am U-Bahnhof Eberswalder Straße. Man geht durch die grüne Toreinfahrt und folgt dem Weg durch das blaue eiserne Tor bis an das Fabrikgebäude.

Der Salon Christophori ist zum einen eine Werkstatt, in der Flügel, vor allem historische Konzert- und Hammerflügel, vorsichtig restauriert werden, zum anderen und das mehr und mehr, ein Ort, an dem sie gespielt werden.

Da wir selbst begeisterte Spieler und Zuhörer sind und es lieben, wenn die von uns wieder zum Leben erweckten Instrumente von kundigen Händen zu klanglichen Höhen geführt werden, veranstalten wir im wöchentlichen Abstand Kammermusikabende, die dem Gestus der Pariser Maison Erard oder der Salle Pleyel um 1840, also den Piano Salons, die den Fabriken angeschlossen waren und welche von allen pianistischen Größen frequentiert wurden, verpflichtet sind.

Wir bemühen uns hierbei nicht nur darum, die zeit- und ideengeschichtlich adäquaten Instrumente zur jeweiligen Musik vorzustellen, sondern auch den Vergleich moderner Konzertflügel und Hammerflügel verschiedener Epochen und Stile zu fördern. Ebenso bekommen unrestaurierte Originalzustände als Zeitdokumente aus der eigenen Sammlung Gehör.

Entsprechend der geistigen Ahnherrenschaft laden wir bei unseren Konzerten zu gutem Wein ein und bitten, in einer wenig förmlichen Werkstattatmosphäre zwanglos Musik zu genießen, nach Belieben zu trinken und sich mit den Künstlern zu unterhalten. Gerade diese Nähe zwischen Hörern, Musikern und Instrumenten ist das Inspirierende dieser Abende, man kann gerade die für und in einem solchen Rahmen erdachte romantische Klavier- oder Kammermusik völlig neu erleben.

Vor allem aber schafft die räumlich nahe und ungezwungene Art des Zuhörens eine entspannte Atmosphäre gleichermaßen für Besucher und Künstler, die fast von selbst den musikalischen Erlebnischarakter fördert.

Die Planung, Auswahl und inhaltliche Gestaltung der Konzerte wird durch den künstlerischen Direktor Ulugbek Palvanov und Christoph Schreiber gemeinsam übernommen.

Für die Künstler und zur Dokumentation der Instrumente werden die Konzerte aufgezeichnet. Wir sind den Firmen MBHO, Sennheiser, Adebar Acoustics und Funk Tonstudiotechnik sehr dankbar für die umfangreiche Unterstützung mit dem am besten zur Aufnahme der Konzertflügel geeigneten Equipment.

Für die Konzerte gibt es einen E-Mail Verteiler, eine kurze Mail führt zu persönlichen Einladungen.

 

Danksagung

An dieser Stelle sei kurz, ohne Reihenfolge und sicher nicht vollständig denen gedankt, die zum einen die Konzertserie und zum anderen die Arbeit an den Instrumenten unterstützen und ermöglichen.

Herrn Thomas Holz von der Firma Sennheiser, Herrn Roland Storch von der Firma Adebar Acoustics und Herrn Thomas Funk für die Unterstützung mit Mikrophonen und Aufnahmetechnik.

Herrn Johannes Kammann, einem begnadeten Tonmeister für immense technische Beratung.

Herrn Stefan Graf Finck von Finckenstein für freigiebige Hilfe und mentale Unterstüztung der Konzertserie.

Herrn Alexander Langer für umfangreiche Einwiehung in die Geheimnisse eines Restaurators.

Herrn Stefan Schafft für stetige Beratung und Hilfe bei schwierigen Restaurierungen.

Herrn Ulugbek Palvanov für die künstlerische Beratung für die Konzertserie und tägliche Anregung bei musikalischen Fragen.

Herrn Heiko Schwichtenberg, RBB Kulturradio, für mentale Unterstützung, desgleichen Herrn Amtsrichter Jörg Bressau.

Herrn RA Jan Sexauer für juristische Beratung.

Den Herren Klavierbauern Andreas Weihert, Ralf Klasen, Heiko Seibt und Micha Röder für tatkräftige Hilfe.

Meinen Kollegen der neurologiscchen Abteilung des ukb, insbesondere Herrn Klinikdirektor Dr. Ingo Schmehl für Verständnis und nachsichtige Unterstützung.

Freunden und Familie, ohne deren Elan der oft immense Arbeitsaufwand der Konzertvorbereitungen nicht zu bewerkstelligen wäre, vor allem Klemens Kempkes, Jill Kostyra, Rainer Manske und Jürgen Roskothen.

Vielen begnadeten Pianisten für Freundschaft und unendlich viele schöne Stunden während der Arbeit des Restaurierens...um einige zu nennen: Ulugbek Palvanov, Maria Masycheva, Kotaro Fukuma, Li-Chun Su, Ben Moser, Jenia Mursky, Olga Monakh, Carson Becke, Julien Quentin, Gerhard Herrgott, Andras Vermesy, Tobias Koch und vielen anderen.

Zur Technik der Restaurierung

Es gibt umfangreiche Recherchen zur Restaurierung von historischen Instrumenten. Ein jeder, der sich mit diesem Thema beschäftigt, steht vor der Crux, sich positionieren zu müssen zwischen dem musealen Konservieren historischer Substanz, welche sich strikt dagegen wehrt, Neues und Eigenes in das Instrument einzubringen, aber meist zu Lasten der Spiel- und Stimmbarkeit geht, und dem Restaurieren, d.h. dem vorsichtigen Versuch, ein Instrument, welches man in erster Linie als Musikinstrument zu betrachten weiß, wieder in einen dem Original nahen Zustand zu bringen. Das birgt die Gefahr des Verlustes historischer Substanz bis hin zu irreparablen Schäden.

Eine Restaurierung in meinem Verständnis beinhaltet deshalb vor allem die messtechnische und photographische Dokumentation des Ausgangszustandes und der vorgenommenen Arbeiten sowie die weitgehende Reversibilität sämtlicher Arbeiten, d.h. z.B. das Benutzen löslicher organischer Warmleime, löslicher Lacke, der Wiedereinsatz der originalen Stimmwirbel und wenn möglich die Bewahrung der originalen Hämmer.

Die Reparatur des Resonanzbodens, dessen Risse sehr vorsichtig gespant werden sollten, um ihn wieder zu einem schwingenden Ganzen zu fügen, halte ich für wichtig, ebenso wie das langwierige Nachwölben der Rippen sowie deren Neuverleimung mit dem Resonanzboden.

Die Bewahrung der Saiten ist schwierig, da sich mit den Jahrzehnten eine Versprödung bemerkbar macht, das heißt, die bei ca. 60-70% ihrer Bruchlast, genannt die Streckgrenze, gespannte Saite rückt durch diesen Prozess näher und näher an ihre Zerreißgrenze, so dass man sie bei nötigen Arbeiten am Resonanzboden oder Stimmstock in der Regel nicht bewahren kann. Schon Johann-Baptiste Streicher, der größte Wiener Klavierbauer schrieb hierzu einmal, die Saiten solle man alle zwanzig Jahre wechseln. Dennoch versuchen wir, wenn irgend möglich, gerade bei geradsaitigen Instrumenten mit parallelem Faserverlauf des Resonanzholzes, wo das Spanen des Resonanzbodens nicht ganz so wichtig für den Resonanzbodendruck ist, den originalen Saitenbezug aus Gründen der Konservierung des Klangeindruckes und der Substanz zu erhalten.

Unschätzbar wichtig für die Konzertpraxis am historischen wie modernen Instrument ist die Spielart, d.h. das Gefühl, was beim Pianisten während des Spiels entsteht, weniges ist so bestimmend gewesen für den schlechten Ruf historischer Instrumente wie deren Spielart. Das Wissen um die Regulation alter Mechaniken ist rar gesät, die Mechaniken der Instrumente mit ihren Regulationsmaßen sind bei weitem nicht zu vergleichen mit heutigen. Im Salon widmen sich deshalb Andreas Weihert und Christoph Schreiber mit Detailversessenheit und vor allem viel Demut der Regulation, Intonation und Stimmung der Instrumente.

Sehen Sie sich hier die Bilddarstellung einer Restaurierung vom Perzina Flügel an! ... >

Referenzen
 
Restaurierung und Konzertbetreuung eines Hammerflügels von Aloys Biber und eines Erard Konzertflügels zu den Konzerten zum Zeltergeburtstag der Berliner Sing-Akademie und der Lauten Companey Berlin
Restaurierung und Konzertberteuung eines Konertflügels von Erard zum 175. Brahmsgeburtstag für das Konzerthaus Berlin
Restaurierung und Konzertberteuung eines Hammerflügels von Erard für Tobias Koch und die Chursächsische Philharmonie